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Vorlesung
Paläopathologie - Die Krankheiten unserer Vorfahren

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Prof. Dr. Dr. Schultz

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Allgemeines
  • Schädeldachtrauma 2600 v. Chr.
    Schädeldachtrauma 2600 v. Chr.
    Paläopathologie ist ein neues Arbeitsgebiet, das zwischen Medizin, Anthropologie und Archäologie angesiedelt ist. Im Rahmen eines paläopathologischen Projektes werden archäologische Skeletfunde mit medizinischen Methoden und Techniken (z.B. makroskopisch, endoskopisch, röntgenologisch, licht- und rasterelektronenmikroskopisch) auf Spuren von Krankheiten untersucht. Diese Krankheitsspuren liefern verlässliche Informationen über Art (Kasuistik), Ursachen (Ätiologie), Verbreitung und Häufigkeiten (Epidemiologie) damaliger Krankheiten. Die Ergebnisse paläopathologischer Untersuchungen erlauben es uns heute – wenn auch mit gewissen Einschränkungen – eine Geschichte der Krankheiten zu schreiben, die praktisch von den ersten Jäger- und Sammlerpopulationen (vor etwa 15 000 Jahren) über die ersten Ackerbauern (vor etwa 10 000 - 7 000 Jahren) bis in die Frühneuzeit datiert. Die Paläopathologie ist im Sinne der Bioarchäologie auch maßgeblich an der Rekonstruktion prähistorischer Lebensbedingungen beteiligt (z.B. Ernährung, Wohn- und Arbeitsverhältnisse, geographische und klimatische Gegebenheiten sowie sanitäre und hygienische Einrichtungen). Auch im Bereich der Rechtsmedizin und der Forensischen Anthropologie tragen paläopathologische Untersuchungen zur Identifikation von Personen bei.
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